Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein in sich geschlossenes System, das auf alten Traditionen und Vorstellungen fußt. Es ist nicht möglich, gute Akupunktur zu praktizieren, ohne Verständnis für das chinesiche Denken aufzubringen.
Die Chinesen betrachten das Universum als Netzwerk aus ineinander verwobenen Energieströmen, deren Teile miteinander kommunizieren und voneinander abhängig sind.
Das Konzept von Yin und Yang ist einer der Grundpfeiler der chinesischen Medizin. In der westlichen Welt sind Gegensätze absolut, etwas ist entweder "schwarz" oder "weiß". Im chinesischen Denken sind die Begriffe relativ, etwas ist "schwärzer" oder "weißer".
Das Muster eines Patienten wird in Kontext zu seiner Umgebung und zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachtet, dabei hat das "Muster" keine starre Struktur, sondern wird als eine Verbindung von funktionellen Beziehungen gesehen. In der chinesischen Medizin existiert nichts allein und alles ist in Wandlung begriffen.
Bei Gesundheit fließt die Lebensenergie in Harmonie, die Funktionen der einzelnen Organe sind kräftig und ungestört. Krankheiten sind in der Akupunktur auf eine Störung im Fließen der Lebensenergie zurückzuführen. Es kann eine Schwäche oder eine Fülle oder eine Blockade der Lebenskräfte vorliegen.
Eine Akupunkturbehandlung hat zum Ziel, den Organismus auszugleichen, die Harmonie zwischen Geist und Körper mit seinem Umfeld wieder herzustellen und gegen schädigende Einflüsse widerstandsfähiger zu machen.
Nach einer ausführlichen Anamnese nach den Regeln der TCM und unter Berücksichtigung der klinischen Diagnose erfolgt die Nadelung bestimmter Akupunkturpunkte. In der Regel bedarf die Behandlung eines Disharmoniemusters 10 Behandlungen. Die Akupunktur erfolgt anfangs meist zweimal wöchentlich, später einmal wöchentlich.
Weitere Therapieverfahren im Rahmen der TCM, die ich anwende, sind Moxibustion (Erwärmung einzelner Akupunkturpunkte), Schröpfen und Schaben.